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Beispiel für zeitgenössische Kunst in der Kunstpädagogik

Richard Long:

ein Steinkreis in der Galerie der Gegenwart: Die Kinder legen Spuren auf dem Kindergartengelände. Sie wissen, Long sammelt Strandgut oder andere in der Natur gesammelte Materialien. Seine Kunstwerke draußen in der Natur sind nicht für die Ewigkeit geschaffen, sie sind vergänglich. Anfangs suchen die Kinder Steine, legen einen Steinkreis, dann andere Materialien. Schließlich kommen sie auf die Idee, sich selbst in einen Kreis zu legen. „Auch dieser Kreis bleibt nicht für immer.“ Hier ist der Gedanke der Vergänglichkeit auf den eigenen Körper übertragen und am eigenen Körper zu spüren. Eine andere Gruppe erarbeitet einen Kreis aus essbaren Dingen wie Obst und Gemüse, die schließlich gegessen werden. Wieder eine andere legt Spuren aus Blütenblättern, die duften, und die der Wind schließlich auseinander weht. „Jetzt riecht unsere Luft so gut nach Blütenblättern!“

Die Kinder lassen sich voll und ganz auf das Kunstwerk ein, aber die Art, es weiterzudenken und die Weise einen Zugang dazu zu finden, bleibt in ihrer Hand. Eine Hemmschwelle oder zu überwindende Blockade gibt es dabei nicht, das habe ich während jahrelanger Erfahrung beobachtet. Die ersten Schritte lenke ich als Kunstvermittlerin, indem ich gestalterische Übungen zum jeweiligen Kunstwerk einführe; nach dem ersten Kontakt mit dem Kunstobjekt jedoch gehen die Kinder selbständig weiter. Ich begleite und beantworte Fragen, stelle Informationen zum Künstler zu Verfügung, gebe Hilfestellungen zu weiteren Experimenten, aber das Infragestellen, das Erforschen der Wechselbeziehung zwischen Kunstwerk und Betrachter, stellen die Kinder eigenständig her.

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